Unter Piraten

27. Das "verlassene" Fort

Sich von dem ersten Schock des Angriffs erholend, schliefen Olou, Ghazkull, Baoalo und Quiray erst einmal eine Nacht über das Erlebte und die Hände, die sie angefallen hatten. Das Fort schien keineswegs so unbewohnt, wie sie angenommen hatten und auch ansonsten hörten sie wieder gellende Schreie aus dem Inneren der Insel, die sie in ihrer Gesamtheit gar nicht überblicken konnten.

Mitten in der Nacht wurden Olou und Ghazkull von ihren Wachmannschaften geweckt. Irgendetwas Seltsames ging in dem Fort vor sich. Olou und Quiray vermochten Waffengeklirr zu vernehmen und zudem konnten sie alle vier in unterschiedlichen Farben leuchtende Kugeln erkennen, welche auf der Mauer schwebten. Dieser Absonderheit auf den Grund gehen wollend, weckten Ghazkull und Olou Teile ihrer Mannschaft und gingen wieder an Land. Lautlos schlichen sich Quiray und Milah bis an die Mauern des Forts heran, wo sie ein merkwürdiges Schauspiel beobachten konnten. Zombies mit Entermessern, Kurzschwertern und Armbrüsten bewaffnet stürmten das leere Fort und gebärdeten sich als Herren der Festung, bis eine unsichtbare Macht sie hinwegfegte. Dies alles wurde von seltsamen schwebenden Kugeln beleuchtet, die Jugo später aufgrund der Beschreibung als Irrlichter identifizierte.

Verunsichert kehrten Quiray und Milah zu dem Admiral und seinen Kapitänen zurück, die im nahen Wald gewartet hatten. Da keiner so recht wusste, was sie tun sollten, beschlossen sie erst am nächsten Morgen dem Spuk auf den Grund zu gehen und kehrten auf die Schiffe zurück.

Nach einer kurzen Unterredung mit Kogge aufgrund seiner fehlenden Sicherheitsvorkehrungen am nächsten Morgen ging Olou mit persönlich ausgewählten Crewmitgliedern wieder in das Fort, nur um zu bemerken, dass sich dort rein gar nichts verändert hatte. Gründlich durchsuchten sie das Fort und fanden eine Hinterlassenschaften der Vorbesitzer, die sich noch in einem Zustand befanden, der als nützlich zu bezeichnen war.

In der ehemaligen Arodenkapelle jedoch, die von einem gewaltigen und alten göttlichen Symbol geschmückt war, trafen sie auf erbitterten Widerstand von Kreaturen, die zwar wie Spinnen aussahen, jedoch weit gefährlicher zu sein schienen. Immer wieder verschwanden sie aus dem Sichtfeld der Piraten und konnten nicht mehr getroffen werden, bis sie zum nächsten Mal angriffen. Als dann plötzlich auch Ghazkull verschwand, der zuvor von einer Spinne gepackt worden war, machte sich Verunsicherung breit.

Erst nach etwas mehr als einer Minute kehrte Ghazkull zurück und berichtete, dass er sich hinter einer Art Nebel befunden hatte, in welchem sich die Spinnen immer wieder zurückzogen, um erneut aus dem Hinterhalt anzugreifen. Es kostete Olou all seine Kraft die drei der vier Spinnen zu besiegen, bevor die letzte durch den, von Baolo als Ätherebene erkannt, Nebel floh. Heilfroh so glimpflich davon gekommen zu sein, beschloss die Gruppe von nun an vorsichtiger vorzugehen, was sich jedoch schnell wieder erledigt hatte, als sie das Haupthaus betraten und Olou, Baolo und Quiray schreiend flüchteten. Ratlos blieb Ghazkull zurück, bis auch sein fleischgewordener Albtraum aus einer Wand hervortrat und sich daran machte, ihn zu attackieren. Daraufhin beschloss der Hobogblin ebenfalls einen taktischen Rückzug anzutreten.

Müde und erschöpft erholten sich die Piraten in der folgenden Nacht, doch Olous Ungeduld wuchs. Er wusste, dass er nicht ewig Zeit hatte das Fort einzunehmen und wieder auszubauen, da das Festmahl für den Rat der Piraten sich nicht verschieben lassen würde und zudem noch eine Reihe weiterer Probleme wohl im Inneren der Insel auf ihn zu warten schien.

Heute wollte er endgültig das Fort von allen Gefahren säubern. Nachdem er eine alte Waffenkammer entdeckt hatte, stieg er zusammen mit den Anderen eine Kellertreppe hinab und fand das alte Gefängnis des Forts sowie einen geheimen Zugang zu einer unterirdischen Höhle, in der ein Leichnam lag. Vorsichtig näherte sich die Gruppe der Leiche, bis es Baolo zu lange dauerte und er sich an der wertvollen Ausrüstung der Leiche zu schaffen machte. Augenblick materialisierte sich ein Geist neben der Leiche, der eine mächtige Aura verströmte.

Er nannte sich selbst Bikendi Otongu und behauptete der Anführer einer Piratenbande gewesen zu sein, die vor nicht allzu langer Zeit das Fort in Besitz genommen hatte. Er habe den Zyklopen der Insel ein mächtiges Artefakt gestohlen, welches er zu einem Unsterblichen Traumstein umformen wollte, um seinen Geist auf die Traumebene zu transferieren und dort ewig weiterzuleben. Gerade als er das Ritual durchführen wollte, hätten die Zyklopen das Fort attackiert, seine Männer massakriert und sich ihr Artefakt wiederbeschafft. Er habe sein Ritual nicht vollenden könne und sei nun an diese Form gebunden.

Nach einigen Verhandlungen über verbliebene Schätze, Geheimkammer und Informationen über die Vorkommnisse in dem Fort und Ätherspinnen sowie Belebte Träume versprach Olou dem Piraten seine Hilfe bei dem Ritual. Als Wirtskörper für das Ritual wollte er dessen ehemaligen Lehrling, welcher die oberen Etagen bewohnt und mittlerweile dem Wahnsinn anheimgefallen war, gefangen nehmen.

Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch das Fort, bei der vor allem Olou in zahlreiche von Ederli Barnes, dem Lehrling des Bikendi Otongu stolperte und dadurch fast umkam, gelang es letztlich Ghazkull diesen zu fassen und mit seinen Handschellen der Unterwürfigkeit gefügig zu machen. Der ehemalige Lehrling bestätigte die Worte seines Meisters und zeigte selbst dabei einen starken Wahnsinn, den Olou jedoch heilen wollte. Immerhin konnte ein Inseleinheimischer ihm in Zukunft sicher nützlich sein.

Kurz darauf betraten Olou, Ghazkull und Quiray das letzte noch nicht untersuchte Gebäude, den Zyklopenturm. Baolo wollte diesen Turm direkt von der Mauer aus betreten, um etwaigen Gefahren im Erdgeschoss aus dem Weg zu gehen. Ein grundsätzlich kluger Gedanke, der jedoch in letzter Konsequenz nicht zum Erfolg führte. Der Zyklopenturm war nämlich von einer großen Ätherspinne bewohnt, die über jeden Schritt der Piraten im Fort unterrichtet war, mit Ausnahme des Gesprächs mit Bikendi, was Baolo ihr jedoch freimütig berichtete.

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Da Olou nicht erneut gegen eine Ätherspinne kämpfen wollte, beschloss er sich mit dieser zu verbünden und für sie den Unsterblichen Traumstein von den Zyklopen zu beschaffen. Wie er letztendlich das Problem lösen wollte, dass er sowohl Bikendi als auch der Ätherspinne Paeta den Traumstein versprochen hatte, darüber sollte der Zukunfts-Olou sich Gedanken machen.

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Blackburner1 Blackburner1

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