Unter Piraten

20. Ein neuer Auftrag

Immer noch in den unterirdischen Höhlen fanden Olou, Ghazkull und Baolo ein gewaltiges steinerenes Portal, in dem sie nach einer kurzen Suche schnell auch einen Eingang entdeckten, den sie zu öffnen vermochten. Was sie da hinter erblickten, ließ sie für einen Moment staunen:
Eine gigantische Säulenhalle, größer als ihre Vorstellung und ihre Sicht reichte, breitete sich erleuchtet von Feuerkäfern vor ihnen aus. Sie konnten Hammerschläge und hören und es dauerte auch nicht lange, da vernahmen sie die typischen Geräusche von einem Truppenübungsplatz. Allerdings schien keine der Kreaturen, weder Tiefling noch Troglodyt, Duergar und Schlagenmensch Notiz von ihnen zu nehmen, bis sie von einer Reihe von Spinnenreitern, Drow, die auf gigantischen Spinnen durch die Hallen eilten, angehalten und aufgefordert wurden, ihr Begehr zu erklären.
Nach dem die Sprachbarriere überwunden war, erfuhren sie, dass Jolb Vielfinger der Herrscher dieses gewaltiges Reiches war und sie nun zu einerm Treffen mit ihm gebracht werden sollten. Dafür hätten sie ihre Waffen abzulegen, was Olou nach kurzer Überlegungszeit auch tat. Schnell ließen sie Fledermäuse von der nicht einsehbaren Decke der Säulenhalle hinabgleiten und ergriffen die niedergelegten Waffen.

Sodann wurden die tapferen Piraten zu Jolb Vielfinger gebracht. Dem Herrscher der unterirdischen Armee. Der Halb.Ork strahlte eine Aura von <Fremdheit und Bedrihung aus, doch Olou ließ sich davon nicht beeindrucken und ging einen Pakt mit dem Kapitän ein. Er sollte das Knotenwerk von Port Fährnis ausräuchern, um der Armee einen freien Weg nach Port Fährnis zu ermöglichen. Fünf Jahre hat er nun dafür Zeit. Damit Olou und auch Ghazkull und Baolo den Pakt nicht vergessen, ließ Jolb ihnen sein Zeichen mit brennenden Nadeln in den Oberarm stechen, bevor er sie mittel mächtiger Magie augenblicklich zurück ins Knotenwerk brachte.
Froh wieder die Sonne zu sehen, begaben sich alle drei zurück an Bord ihrer Schiffe, wo mehrere Nachrichten auf sie warteten.

Zum einen hatte Vibhischah der Suchende nach ihnen verlangt und war reichlich ungehalten, dass er sie nicht finden konnte, zum anderen hatten sie eine Einladung von Tessa Schönwind, der mächtigsten Piratenfürstin nach dem Orkankönig erhalten hatten. Nach einigen Querelen, die mit ihrem Ausflug in die Unterwelt und der damit verbündenen Verzögerung zu tun hatten, wies der Rakschasa sie an einen Ersatz für den getöteten Ben Beckman zu organisieren, während das Anliegen der Piratenfürstin schon weitaus interessanter war.

Tessa glaubt, das sich in den fesseln ein Spitzel aus Cheliax herumtreibt, der Informationen sammelt, damit eine Flotte der Cheliaxaner die freien Piraten vernichten und das Land zum Teil des finsteren Königreichs machen kann. Aber sie braucht Beweise, die sie dem Rat vorlegen kann, am besten aus unabhängiger Hand. Olou, der als vielversprechendes Talent gilt und bereits beim Bankett gezeigt hat, dass er sich nicht einmal vom Orkankönig einschüchtern lässt, passte genau in ihr Bild. Und der Mantikorschlächter selbst war dem Angebot auch nicht abgeneigt. Als Gegenleistung handelte Ghazkull Hilfe für den Bau eines eigenen Docks auf dem Gezeitenfelsen aus, bevor sie sich auf den Weg machten, um noch letzte Erledigungen vor ihrem Aufbruch durchzuführen.

Während Olou und Baolo den Attentäter trafen, der Tsojimin Kreidoros niedergestreckt hatte und sich sofort daran machten, ihn in der Sirenenpeitsche dingfest zu machen, begab sich Ghazkull zur Mystikerschanze und fand ein Buch, mit dessen Hilfe er Unsterblichkeit erlangen konnte. Ein steiniger und langer Weg, wie er feststellte, doch er war fest entschlossen ihn zu gehen.

Unterdessen entwischte Olou der Atttentäter, der Hilfe von den städtischen Huren erhielt. Darauf beschloss der ewig rachsüchtige Mwangi das ganze Bordell, welches gleichzeitig ein heiliger Tempel ist, einfach niederzubrennen.Dabei fassten sie den Plan einige Sklaven auf dem Markt zu kaufen, während Brim Hausbrand und Baolo weitere Alchemistenfeuer herstellten, die sie den freigekauften Sklaven in die hand drückten, die mit einer Aspis-Flagge umwickelt worden waren.

Ohne bemerkt zu werden, konnten am nächsten Tag die Bote der Rache und die Löwenzahn nach Quent zum Haus der gestohlenen Küsse, einem Tempel Calistrias, wie sie ihn in Port Fährnis noch niedergebrannt hatten. Doch die Hohepriesterin Dindreann empfing sie freundlich, da ihnen Tessa ein Schreiben mitgegeben hatte, welches sie als Freunde aufwies.
Schnell erfuhren Olou, Ghazkull und Baolo, dass es tatsächlich Spione auf den fesseln gab, welche für Cheliax arbeiteten, aber Dindreann nur Hinweise rausrücken wollte, wenn sie ihr zuvor einen Gefallen erwiesen. Die Stachel der Herrin, ein Schiff des Tempels sei von Schiffsbrechern überfallen und das darin enthaltene Artefakt, eine vergoldete Wespenstatue, gestohlen worden. Ein derartiger Frevel muss gesühnt werden. Ein Gedanke, den Olou sofort nachvollziehen konnte und in den Handel einschlug.
Um herauszufinden, wo sich die Schiffsbrecher aufhielten, beschloss er zum Tempel des verborgenen Namens zu reisen und es dort in Erfahrung zu bringen.

Die Überfahrt dauerte nicht lange. Immer besser gewöhnte sich Ghazkull an sein neues Schiff und auch Zeky kam immer besser mit der Bote der Rache zurecht, sodas die beiden Schiffe in atemberaubenden Tempo über das Meer schossen.

In Wellenstock angekommen, stellte sich jedoch die Frage, wie sie den Tempel finden sollten. Nachdem Baolo einfach Leute auf der Straße fragen wollte, hielt Ghazkull dies für eine dumme Idee und beschloss erst einmal in eine Kneipe zu gehen, um sich dort umzuhören. Dort angekommen bestellte er sich zusammen mit Olou erst einmal etwas zu trinken, während die Mannschaft schon damit begann ausgelassen zu feiern, entdeckten die beiden ein bekanntes Gesicht in der Menge.

Das junge Schiffmädchen von der Wermuth Baryt Teerauf, die sich äußerst merkwürdig verhielt und immer wieder die Hand über die Gläser einiger Gäste hielt. Doch bevor einer der beiden sie darauf ansprechen konnte, kam ein gut aussehender Mann mit einer Augenklappe an ihren Tisch. Er stellte sich als Pierce Jerrell vor und schlug sogleich einen Wettkampf vor, den Olou zunächst ausschlug, da er in Tessas Namen noch etwas zu erledigen hatte.
Dann kam es, wie es kommen musste: Ein Gast bemerkte etwas in seinem Getränk, ein Wort ergab das andere und eine zünftige Kneipenschlägerei begann, die jedoch Baolo, der sich erneut in ein Monster verwandelte, nicht aufhalten konnte. Problemlos flog er zu dem Schiffsmädchen, welches fliehen wollte und streckte es mit Ghazkulls Hilfe nieder, während Olou zusammen mit Pierce einige Schläger aus dem weg räumte.

Olou beschloss die bewusstlose Baryt mitzunehmen und ließ sich von Pierce einen Geheimweg aus der Kneipe zeigen, als die örtliche Miliz kam, um die Aufrührer festzunehmen.

Comments

Blackburner1 Blackburner1

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.